Durch so vielen Träumen
Flieh ich kleinen Räumen.
Lass die Welt entschwinden,
Dass ich dich überwinde.

Doch gelingen? Will es nicht.
Dir entrinnen? Kann ich nicht.
Lässt mich nachts nicht schlafen.
Mein Leben wurd' dein Strafen!

Doch Aufgeben? Kann ich nicht!
Entflieh dem Dämon! Pack mein Sach!
Entflieh der Stadt! Hinaus ins Licht!
Weithinaus unters Blätterdach!

Über Berg und Tal tönt mein Lied.
Doch auch weit entfernt von Zuhaus;
Mein Herz es doch nur zu dir zieht.
Ach, reiß es mir nur endlich raus!

Drum wander ich zu Klüfte.
So bring mich in die Lüfte.
Ich bin so wie tot ohne dich.
Es gibt kein retten - nicht für mich.

Dreh die Zeit zurück.
Du warst mein Glück.
Ja, so wachsen Flügel.

Das wohl erste Gedicht, das ich geschrieben habe, um es zu „veröffentlichen“. Ich habe es wohl 2018 im Deutschunterricht geschrieben. Eigentlich sollten wir ein Gedicht der Romantik auswendig lernen, um unsere katastrophalen Klausuren mit einer leichten mündlichen Note auszubessern. Ich habe natürlich keines gelernt und als meine Lehrerin mich aufrief, musste ich mir eine Notlüge einfallen lassen. Um mir Zeit bis zur nächsten Stunde zu erkaufen, habe ich behauptet, dass mir keines der Gedichte, die ich nicht gelesen hatte, gefallen hatte und lieber selbst eines schreiben würde.
Sie war leider begeistert von der Idee und lies mich nicht mehr vom Haken. Ich musste mir innerhalb weniger Tage ein Gedicht, dass zur Romantik passt, einfallen lassen. Das Ergebnis konnte sich wohl sehen lassen, denn meine Lehrerin drängte mich anschließend dazu mit dem Gedicht aufzutreten und auch mein Abitur in Deutsch zu machen, was eigentlich nie mein Plan war. Eine Entscheidung, die mein Leben bis heute stark beeinflusst.

Das Gedicht selbst gefällt mir heute noch, auch wenn ich es inzwischen nicht mehr schreiben würde.